Ev. Kindergarten Sonnenblume - Mandelsloh

3. So sieht es aus

3.1 Etwas Neues beginnt

Was bedeutet der Eintritt in den Kindergarten für Ihr Kind?

Der Eintritt in den Kindergarten und die gesamte Kindergartenzeit sind ein Lebensabschnitt mit eigenständiger Bedeutung für die Entwicklung Ihres Kindes. Der Kindergarten hat einen eigenständigen Bildungsauftrag. Er sollte nicht lediglich als eine Vorstufe oder als eine Durchgangsstation für den Schulbesuch angesehen werden.

Für Ihr Kind beginnt ein Lebensabschnitt mit vielen neuen Anforderungen in einer Umgebung, die sehr verschieden von dem ihm vertrauten Zuhause ist:

Ein Kindergartenkind werden

Während ein Kind freudig und spontan auf neue Situationen eingeht, wartet ein anderes Kind ab oder ist auch etwas ängstlich. Das eine Kind lernt langsamer, das andere Kind lernt schneller mit diesen Anforderungen umzugehen, während es zu einem "richtigen Kindergartenkind" wird.

Auch wenn Ihr Kind schon eine Weile regelmäßig den Kindergarten besucht, kann es mehrere Monate dauern, bis Ihr Kind wirklich ein Kindergartenkind geworden ist. Damit ist gemeint, dass es sich dann selbständig und selbstbewusst in der Gruppe bewegt, Freundschaften schließt und die Chancen des Kindergartenbesuchs für sich nutzen kann.

Mit welchen Reaktionen können Sie während der Eingewöhnungszeit rechnen?

Zunächst wird Ihr Kind versuchen, sich in der Einrichtung zu orientieren. In der Gruppe wird es sich eher abwartend und beobachtend verhalten. Sein Spiel ist noch nicht intensiv und ausdauernd, die Räume erkundet es erst allmählich. Zuhause kann es müde und unausgeglichen sein und wird wenig oder gar nichts erzählen.

Nach einer Zeit wird es versuchen, seinen Platz in der Gruppe zu finden. Es kann häufiger vorkommen, dass es dabei Konflikte mit anderen Kindern gibt. Auch die Ruhebedürftigkeit am Nachmittag kann noch anhalten, und es kommt öfter vor, dass ein Kind morgens nur mit Unlust in den Kindergarten geht oder auch gar nicht gehen möchte. Diese Reaktionen sind also nichts Auffälliges, sondern normal.

Jedes Kind braucht seine eigene Zeit für die Eingewöhnung

Wie können Sie Ihr Kind unterstützen?

Wenn Ihr Kind schon Erfahrungen mit anderen Kindern machen konnte und auch Zeiten ohne Mutter oder Vater auszukommen gelernt hat, ist das eine gute Vorbereitung auf den Kindergarten.

Gerade in den ersten Wochen ist bei all dem Neuen für Ihr Kind die Überschaubarkeit der Situation und die Vorhersehbarkeit dessen, was auf es zukommt, eine wichtige Voraussetzung für eine gute Eingewöhnung. Dazu gehört z.B. die Erfahrung von Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit beim Bringen und Abholen. Anstrengende Aktionen am Nachmittag können für Ihr Kind jetzt eine Überforderung darstellen.

Die Bereitschaft des Kindes, sich mit dem Kindergarten auseinander zu setzen, wird auch davon beeinflusst, ob in der Familie gleichzeitig andere größere Lebensveränderungen anstehen, wie z.B. die Geburt eines Geschwisters, ein Umzug, aber auch eine Trennung der Eltern oder der Verlust des Arbeitsplatzes von Vater oder Mutter.

In jedem Fall gilt: Kommen Sie mit der Erzieherin ins Gespräch. Jede Information, die Sie über Ihr Kind und Ihre Familie geben, ist der Erzieherin willkommen und hilft uns dabei, auf Ihr Kind gut eingehen zu können.

Aus Eltern werden Kindergarteneltern

Zwar steht das Kind im Mittelpunkt des Geschehens, aber auch für Sie ist der Eintritt Ihres Kindes in den Kindergarten etwas Besonderes. Auch auf Sie kommen Veränderungen und neue Anforderungen zu. Sie müssen sich darauf einstellen, dass Sie zu festen Tageszeiten ohne Ihr Kind sind und dass Sie nicht unmittelbar wissen, was es tut, denkt oder fühlt. Wie wird es ihm ohne Ihre Anwesenheit gehen? Wie werden Sie selbst diese Zeit nutzen?

Tatsächlich brauchen auch Eltern eine Eingewöhnungszeit, um viele neue Informationen aufzunehmen und verarbeiten zu können. Sie lernen, den neuen Mit-Erziehern zu vertrauen. Sie lernen, auch Ihrem Kind zu vertrauen, das selbständiger wird und sich das holt, was es braucht. Mit der Zeit gilt es, ein Gefühl von Mitverantwortung für das Funktionieren des Kindergartens zu entwickeln.

Es wird von Ihnen erwartet:

Jeder Neuanfang bedeutet bei aller Neugier und Vorfreude auch Abschied von Vertrautem. Damit sind starke Gefühle bei Kindern und Eltern verbunden. Diese Gefühle sind beim morgendlichen Abschied oft besonders deutlich spürbar. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich den Rat und die Unterstützung der Erzieherin.

Also:
Keine Angst vor Abschieden und keine Angst davor, dass es nicht vom ersten Tag an problemlos klappt. Ihr Kind wird wachsen, es wird sicher und selbstbewusst werden, ein Kindergartenkind, das seinen Kindergartenalltag meistert und größtmöglichen Gewinn daraus zieht.